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Nahtoderfahrungen


Über die sog. Nahtoderfahrungen oder NTE (manchmal auch als Nahtod-Erlebnisse, umgangssprachlich häufig einfach nur als Nahtod bezeichnet) liegen mittlerweile zigtausende von Berichten Betroffener sowie eine Fülle unterschiedlicher Umfragen und Untersuchungen vor. Seit den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts beschäftigen sich zahlreiche wissenschaftliche wie auch populäre Bücher mit diesem Phänomen.

"Nahtod" häufig auch ohne "Tod"

Der Begriff "Nahtoderfahrung" ist historisch zu erklären und insofern etwas unglücklich, als - anders als zu Beginn der Nahtod-Forschung - inzwischen bekannt ist, dass derartige Erfahrungen nicht nur in tatsächlicher oder vermeintlicher Todesnähe gemacht werden, in einer Nahtod-Situation also, sondern auch bei allen möglichen anderen Gelegenheiten wie bei der Geburt eines Kindes, bei Depressionen, bei der Meditation, Spaziergängen usw.

Elemente der Nahtoderfahrungen

Bei NTE handelt es sich um komplexe Erfahrungen, die eine ganze Reihe von Elementen umfassen können, meist aber nicht alle von ihnen beinhalten. Zu den Elementen (einer sog. positiven Nahtod-Erfahrung) gehören unter anderem:

  • die Außerkörpererfahrung (englisch Out of Body Experience, OBE), das Schweben über dem eigenen Körper, den man (Originalzitat eines Nahtod-Erfahrenen) "wie einen alten Mantel abgelegt hat" (dieses Element tritt häufig auch alleine, ohne eigentliche Nahtoderfahrung, auf)
  • die Erfahrung eines tiefen Friedens
  • die Bewegung durch einen "Tunnel" auf ein fernes Licht zu (wohl das allgemein bekannteste Element von Nahtoderfahrungen)
  • das Erleben einer anderen, paradiesähnlichen "Welt"
  • die Begegnung und der Austausch mit verstorbenen Verwandten und Freunden
  • die Erfahrung von Lichtwesen oder eines Lichtes, die oder das eine unfassbare Liebe ausstrahlen
  • der Lebensrückblick, in dem das gesamte bisherige Leben gesehen und erinnert wird und in dem der Erfahrende oft seine eigenen Taten beurteilt
  • das Stoßen an eine Grenze und die Aufforderung zur Rückkehr in den Körper
  • die Rückkehr ins "Leben"
  • die oft tiefgehende Änderung des Charakters hinsichtlich Spiritualität, Mitmenschen und Wert des Lebens

Vergleich von Nahtoderfahrungen mit Nachtodkontakten

Bei einem Vergleich beider Erfahrungsarten ist natürlich die Begegnung mit Verstorbenen von besonderer Bedeutung. Diese werden während eines Nahtod-Erlebnisses in der Regel als verjüngt, gesund und glücklich erlebt. Ähnliches berichten auch Menschen mit Nachtod-Kontakten. Auch werden die Verstorbenen, wie dies auch bei Nachtod-Erscheinungen oft der Fall ist, wie aus Licht bestehend oder von einer Licht-Aura umgeben wahrgenommen. Weiterhin liegen Berichte über Nachtod-Kontakte vor, wonach Hinterbliebene die Bewegung durch den Tunnel miterlebt haben.

Die Frage nach der Realität

Wie bei der Nachtod-Kommunikation stellt sich bei Nahtoderfahrungen die Frage nach der Echtheit: Handelt es sich dabei nur um Halluzinationen, Phantasien, Träume, oder sind die Erlebnisse real? Es gibt zahlreiche Erklärungsversuche der Natur- und Geisteswissenschaften, die hirnphysiologische, pharmakologische oder psychologische Ursachen dieser Erfahrungen annehmen, sowie eine Fülle von Untersuchungen. Doch es fällt auf, dass sämliche derartigen Erklärungsversuche und alle entsprechend ausgerichteten Studien sich immer nur mit Teilbereichen der komplexen Nahtoderfahrungen befassen, also z.B. nur den Tunneleffekt oder das Licht zu erklären versuchen. Die ganze Komplexität des Geschehens bei Nahtod-Erlebnissen - einschließlich der zahlreichen Elemente, nicht zuletzt auch des beurteilenden Lebensrückblicks, der erfahrenen Liebe, der Begegnung nur mit tatsächlich verstorbenen Menschen, der Erfahrung von Sinn, der Änderung des Lebens nach dem Nahtoderlebnis, usw. - konnte von keiner der bisherigen Hypothesen in seiner Vollständigkeit erklärt werden. Ebenso müssten diese Erklärungsversuche die sehr unterschiedlichen Situationen, in denen eine Nahtoderfahrung auftreten kann, einbeziehen. Todesangst, Kohlendioxidüberschuss im Blut und ähnliche vermutete Ursachen könnten niemals sämtliche Nahtod-Erlebnisse erklären, da solche vielfach auch ohne Angst, bei Sauerstoffüberschuss usw. erlebt werden.

Wichtig ist zu erwähnen, dass die Nahtod-Erfahrenen selbst in der Regel von der Echtheit ihres Erlebnisses überzeugt sind. Auch können sie sich noch nach Jahren detailliert daran erinnern, was für die Halluzinationen oder Träume im allgemeinen untypisch ist.

Bekannte Nahtod-Forscher

Am bekanntesten dürfte sicher Raymond A. Moody sein mit seinem 1975 erschienenen Buch "Life after Life", auf deutsch "Leben nach dem Tod", das einen der wesentlichen Anstöße für die Nahtodforschung lieferte. Bekannt ist auch die Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross mit ihren Büchern und Vorträgen. Die Greyson-Skala zum Bestimmen der Tiefe von Nahtoderfahrungen geht auf den amerikanischen Psychiater Bruce Greyson zurück. Weitere bekannte Nahtodforscher sind der Niederländer Pim van Lommel mit dem Buch "Endloses Bewusstsein", der amerikanische Psychologie-Professor Kenneth Ring, die Schweizerin Evelyn Elsaesser Valarino sowie Sam Parnia (AWARE-Studie), Jeffrey Long oder Eben Alexander. Auch der deutsche Biophysiker Markolf Niemz hat zu Nahtoderlebnissen publiziert, wobei seine Thesen aber unter Nahtod-Forschern umstritten sind.

 

Einige Links zum Thema:

Nahtod-Erlebnisse und Transzendenzerfahrungen

Netzwerk Nahtoderfahrung

Arbeitskreis Origenes

Nahtoderlebnisse von Sabine Mehne: Ihr Buch "Licht ohne Schatten"

 

Ähnlichkeiten von Nachtodkontakten und NahtoderfahrungenDiese Website wurde in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Nahtoderfahrung erstellt.

 

 


 

 

Nahtoderfahrungen und Nachtod-Kontakte ähneln sich in vieler Hinsicht