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Umfragen und Studien zu Nachtodkontakten


Studien lt. Gerda Lier, "Das Unsterblichkeitsproblem"

In ihrem Buch widmet Gerda Lier den Abschnitt 5.3.5 den Nachtodkontakten und beschäftigt sich dabei auch mit Studien zu diesem Bereich. Inzwischen gibt es mehrere große repräsentative Umfragen, die zu dem Ergebnis gelangen, dass zwischen 9% und 42% der Bevölkerung davon berichtet, Kontakte mit einem oder mehreren Verstorbenen gehabt zu haben. Die Umfragen fanden in Europa und den USA statt. Die angegebenen Zahlen beziehen sich auf die allgemeine Bevölkerung; bei bestimmten Gruppen, z.B. bei Witwen und Witwern, kann die Prozentzahl deutlich höher sein.

  • 1987 bejahten bei einer repräsentativen Umfrage in den USA 42% die Frage, ob sie jemals das Gefühl gehabt hätten, mit einem Verstorbenen in Kontakt getreten zu sein (Andrew Greeley, "Mysticism goes mainstream", in American Health, 6, 1987).
  • Zu Beginn der 1990er führte eine internationale Umfrage zu dem Ergebnis, dass der höchste Wert der Zustimmung zu einer erlebten Nachtod-Kommunikation in Island bei 41% der allgemeinen Bevölkerung lag und der niedrigste in Norwegen bei 9%; Deutschland befand sich mit 28% im Mittelfeld (Haraldsson / Houtkooper, "Psychic experiences in the multinational human value study", in Journal of the American Society for Psychical Research, 85, 1991).
  • Richard E. Kelly berichtete im Journal of Near-Death Studies, Fall 2002 ("Post Mortem Contact"), über die Befragung von knapp 100 Polizisten, Rettungsmedizinern und Feuerwehrleuten: 33% von ihnen bejahten, eine Präsenz, eine Kommunikation oder ein Gefühl der Verbundenheit bei einem verstorbenen Unfallopfer erlebt zu haben. Die Befragten hatten eine durchschnittliche Dienstzeit von 16 Jahren hinter sich, waren psychisch gesund, reagierten angemessen auf traumatische Ereignisse und waren mit insgesamt mit tausenden von Todesfällen konfrontiert gewesen. Ihre Kontakterlebnisse haben sie als reales Geschehen empfunden. Keiner der Rettungskräfte hatte zuvor einem Angehörigen oder Kollegen von seiner Erfahrung erzählt.
  • Im Jahr 2000 wurden 1510 Personen in Deutschland befragt, ob sie bereits einmal eine Erscheinung erlebt hätten (eines Verstorbenen oder eines anderen Wesens). 15,8% bejahten die Frage (Schmied-Knittel / Schetsche, "Psi-Report Deutschland: Eine repräsentative Bevölkerungsumfrage zu außergewöhnlichen Erfahrungen", 2003).
  • Im westlichen Kulturkreis berichten bis zu 61% der Witwen bzw. Witwer von Nachtodkontakten mit ihrem verstorbenen Partner:
    • Peter Marris, "Widows and their Families", 1958: Die Hälfte von 72 Londoner Witwen berichtete von Kontakten mit dem verstorbenen Ehemann.
    • J. Yamamoto, "Mourning in Japan", in American Journal of Psychiatry, 125, 1969: 18 von 20 japanische Witwen gaben an, den verstorbenen Gatten gespürt zu haben.
    • W. Dewi Rees, "The Hallucinations of Widowhood", in British Medical Journal, Oct. 2 1971: In Wales wurden 293 Witwen bzw. Witwer befragt. Von ihnen berichteten 47% von einem Kontakterlebnis zum verstorbenen Ehemann. Die Verwitweten wurden jeweils alleine von einem Arzt befragt, nur eine der 293 Personen hatte bisher einem anderen von dem Kontakt erzählt.
    • P. Richard Olsen, "Hallucinations of Widowhood", in Journal of the American Geriatric Society, 33, 1985: Von 46 in North Carolina befragten Witwen berichten 61% von erlebten Nachtod-Kontakten.
  • In einer Studie aus 2004 wurden 162 Hinterbliebene befragt, bei denen nahe Familienangehörige oder Freunde an Aids oder Krebs, durch Suizid oder unerwartet und plötzlich verstorben waren. Von ihnen berichteten 75% von einer Nachtod-Kommunikation (James A. Houck, "The Universal, Multiple, and Exclusive Experiences of After-Death Communications", in Journal of Near-Death Studies, 24 (2), 2005.

 

Studien lt. Dale C. Allison, "Resurrecting Jesus - The earliest christian tradition and its interpreters"

Im Kapitel 6 Abschnitt "Seeing Things" seines Buches (Ausgabe 2005) berichtet Allison ab Seite 271 über zahlreiche Studien zu Nachtodkontakten. In den letzten dreißig Jahren gab es geradezu eine Revolution bei der Anzahl der Untersuchungen zu diesem Thema. Allison beginnt jedoch bei einer Umfrage aus dem 19. Jahrhundert und stellt dann aktuellere Studien vor.

  • 1882 befragte die English Society for Psychical Research etwa 17.000 Menschen aus Großbritannien: "Haben Sie jemals in einem Zustand, bei dem Sie von Ihrer vollständigen Wachheit überzeugt waren, einen lebhaften Eindruck des Sehens oder des Berührtwerdens ... oder des Stimmenhörens gehabt, obwohl dies, soweit Sie feststellen konnten, keine äußere Ursache hatte?" Von den 15.316 eingegangenen Antworten bejahten dies 10%. Von diesen wiederum gaben 163 an, die Erscheinung eines Individuums innerhalb von 24 Stunden nach dessen Tod gehabt zu haben. 9% dieser 163 teilten mit, ihre Vision sei geteilt worden: eine oder mehrere Personen hätten diese Erscheinung mit ihnen gemeinsam erlebt (Edmund Gurney u.a., "Phantasms of the Living", 1886; E. M. Sidgwick, "Phantasms of the Living", 1918). Zahlreiche Autoren begannen daraufhin, Geschichten über Erscheinungen zu sammeln und Zeugen zu interviewen.
  • 1944 berichtete E. Lindemann im American Journal of Psychiatry (101, 1944), dass zahlreiche seiner trauernden Patienten ihre geliebten Verstorbenen sahen (E. Lindemann, "Symptomatology and Management of Acute Grief").
  • 1970 schilderte Colin Murray Parkes, dass 15 von 22 von ihm befragte Witwen die Gegenwart ihres verstorbenen Ehemannes deutlich wahrnahmen und oft als überaus real bezeichneten.
  • Seit den 1970er Jahren vervielfachte sich die Anzahl der Studien. Hier eine Auswahl:
    • Richard A. Kalish, David K. Reynolds, "Widows View Death", in Omega, 5, 1974
    • Andrew M. Greeley, "Death and Bejond", 1976
    • Richard A. Kalish, "Contacting the Dead", in Between Life and Death, 1979
    • Aniela Jaffé, "Apparitions", 1979
    • Julian Burton, "Contact with the Dead: A Common Experience?", in Fate 35 No. 4, 1982
    • John Palmer, "A Community Mail Survey of Psychic Experiences", in Journal of the American Geriatric Society, 33, 1985
    • D. Klass, "Solace and Immortality", in Death Studies, 17, 1993
    • Louis E. LaGrand, "After Death Communication", 1997
    • Agneta Grimby, "Hallucinations Following the Loss of a Spouse", in Journal of Clinical Geropsychology, 4, 1998
    • Michael Barbato u.a., "Parapsychological Phenomena near the Time of Death", in Journal of Palliative Care, 15 (2), 1999
    • Gillian Bennett, Kate Mary Bennett, "The Presence of the Dead: An Empirical Study", in Mortality, 5, 2000

Diese Studien förderten u.a. folgende Ergebnisse zutage:

  • Die erlebten Nachtod-Kontakte sind nicht beschränkt auf den überlebenden Partner oder auf trauernde Menschen. Sie stehen oft nicht in Zusammenhang mit einem Trauerprozess.
  • Die Kommunikationen werden häufig als sehr lebhaft und real erfahren.
  • Die Erfahrung kann Menschen jedes Alters betreffen.
  • Manchmal werden diese Erfahrungen von mehreren Menschen gleichzeitig gemacht (Kalish, Reynolds, "Phenomenological Reality": von 434 interviewten Personen beschrieben zehn, die Nachtodkommunikation gemeinsam mit einem oder mehreren anderen erlebt zu haben).
  • Die Nachtoderfahrung ist nicht abhängig von der religiösen Einstellung.

 

Die Studie von Bill und Judy Guggenheim

Bill Guggenheim war vormals ein erklärter Materialist, dessen Interesse vor allem dem Profit galt und der fest überzeugt war, dass mit dem Tod alles vorbei sei. Das mehrmalige Hören einer "Stimme", die u.a. zur Rettung seines ertrinkenden Sohnes aus dem Swimmingpool führte, ließ ihn allmählich an seiner eigenen Einstellung zweifeln. Diese Stimme forderte ich auch auf, eigene Untersuchungen von Nachtod-Kontakten vorzunehmen. Daraufhin führte das Ehepaar Guggenheim eine umfangreiche Befragung in den USA und Kanada durch, die sich über sieben Jahre erstreckte und bei der ca. 2.000 Menschen umfangreich interviewt wurden, wobei mehr als 3.200 Berichte aus erster Hand über Nachtod-Kommunikation gesammelt wurden. Geschichten über Dritte wurden nicht mit in die Studie aufgenommen. Auch wurden Berichte - bis auf ganz wenige Ausnahmen - nur dann akzeptiert, wenn die Erfahrungen im Zustand guter Gesundheit gemacht wurden. Erlebnisse unter Drogen- oder Alkoholeinfluss schloss man aus. Nach Abschluss der Untersuchung stellte sich u.a. heraus, dass der Prozentsatz von Nachtod-Kommunikationen mindestens fünfmal so hoch ist wie der von Nahtoderfahrungen (ca. 20% im Vergleich zu 4%).

Die Guggenheim-Studie fand in dem Buch "Trost aus dem Jenseits - Unerwartete Begegnungen mit Verstorbenen" (im Original: "Hello from Heaven") ihren Niederschlag. Auf den Inhalt dieses Buches wird an verschiedenen Stellen dieser Website näher eingegangen, u.a. auf den Seiten "Formen", "Inhalt und Wirkung" sowie "Besondere Umstände".

 

Studien lt. Evelyn Elsaesser-Valarino in ihrem Beitrag "Nachtodkontakte"

Ich weise auf ihren Beitrag im Bereich Fachartikel hin.

 

Weitere Studien

Im Folgenden eine Auswahl weiterer Studien:

  • J.S. Parker, "Extraordinary experiences of the bereaved and adaptive outcomes of grief", in Omega: Journal of Death and Dying, 51, 2005
  • C.L. Chan, A.Y. Chow, S.M. Ho, Y.K. Tsui, A.F. Tin et al., "The experience of Chinese bereaved persons: A preliminary study of meaning making and continuing bonds", in Death Studies, 29, 2005
  • G. Doran, N. Downing-Hansen, "Constructions of Mexican American family grief after the death of a child: An exploratory study", in Cultural Diversity and Ethnic Minority Psychology, 12, 2006
  • K.M. Lalande, G.A. Bonanno, "Culture and continuing bonds: A prospective comparison of bereavement in the United States and the People’s Republic of China", in Death Studies, 30, 2006
  • R.A. Neimeyer, S.A. Baldwin, J. Gillies, "Continuing bonds and reconstructing meaning: Mitigating complications in bereavement", in Death Studies, 30, 2006
  • S.M. Dannenbaum, R.T. Kinnier, "Imaginal relationships with the dead: Applications for psychotherapy", in Journal of Humanistic Psychology, 49, 2009
  • M. Sanger, "When clients sense the presence of loved ones who have died", in Omega: Journal of Death & Dying, 59, 2009
  • S. Kwilecki, "Ghosts, meaning, and faith: After-death communications in bereavement narratives", in Death Studies, 35, 2011

 

StudienDiese Website wurde in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Nahtoderfahrung erstellt.

 


 

 

Ebenso wie zu Nahtoderfahrungen liegen auch zu Nachtod-Kontakten zahlreiche Studien vor