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Formen von Nachtodkontakten nach der Unterscheidung von Bill und Judy Guggenheim


In ihrem Buch "Trost aus dem Jenseits. Unerwartete Begegnungen mit Verstorbenen", das in der Folge einer umfangreichen Umfrage in den USA und in Kanada entstand, unterscheiden Bill und Judy Guggenheim zwölf Hauptformen oder -typen der Nachtodkontakte. Sie werden im Folgenden kurz vorgestellt und mit Beispielen aus dem genannten Buch (eigene Übersetzung dieser Textstellen) veranschaulicht. Auch andere Untersuchungen unterscheiden verschiedene Formen der Nachtodkommunikation, jedoch nicht in dieser Differenziertheit und Vielfalt.

Nicht selten treten die oben genannten Hauptformen kombiniert auf, so dass ein Betroffener z.B. spürt, wie ein Arm sich um seine Schulter legt, und zugleich hört er eine Stimme, die ihn mit Worten tröstet.

Nachtoderfahrungen mit Gegenwartsempfinden:

Die Autoren stellten aufgrund ihrer Umfrage fest, dass das Spüren der Gegenwart des Verstorbenen bei den Kontakten am häufigsten vorkommt. Die Hinterbliebenen beschreiben diese Kontakte als inneres Wissen oder als intuitive Wahrnehmung, dass der Verstorbene sich räumlich in ihrer Nähe befindet. Kennzeichnend ist hierbei ein nahezu körperliches Nähe-Empfinden und ein Gefühl des Vertrautsein, aus dem mit großer Sicherheit auf die Person des Verstorbenen geschlossen wird. Die Betroffenen können genau sagen, wann die Verstorbenen "anwesend" und wann sie wieder gegangen sind.

Typische Beispiele hierzu:

  • "Mit einemmal empfand ich eine Wärme, als sei jemand bei mir ... Es war so, als sei ich ganz umhüllt. Ich wusste, das war meine Oma."
  • "Auf einmal fühlte ich, meine Mutter saß links neben mir. Weder konnte ich sie sehen noch hören, aber zweifelsfrei war sie da."
  • "Plötzlich spürte ich Oskar. Nein, ein Tagtraum war das nicht, und ich hatte auch nicht eimal an ihn gedacht! ... Ich spürte seine Präsenz überall um mich herum."
  • "In den darauffolgenden Jahren spürte ich immer wieder seine Gegenwart. ... Dieses Gefühl war ganz deutlich, überaus wohltuend, und es schenkte mir viel Kraft."

Nachtodkommunikation mit Stimmenwahrnehmungen:

Häufig berichten Betroffene von einer Stimme, die sie hören und die ihnen Botschaften übermittelt, oder von einer im Inneren, nicht mit den Ohren wahrgenommenen Stimme, die nach ihrer Überzeugung dennoch von einer außerhalb ihrer selbst liegenden Quelle stammte. Die Stimmen klingen sehr vertraut und werden eindeutig den Verstorbenen zugeordnet. Die meisten der empfangenen Botschaften sind präzise und knapp.

Hier einige Äußerungen:

  • "Er sagte: 'Papa, alles ist in Ordnung.' Das war seine Stimme, klar und deutlich. ... Es war so, als säße er auf dem Rücksitz."
  • "Plötzlich und unvermittelt nahm ich seine Stimme in meinem Kopf wahr. ... Er sagte: 'Schwesterchen, du brauchst dir keine Sorgen um mich zu machen. Alles ist bestens.' "

Nachtodkontakte mit Tastwahrnehmungen:

Hierbei findet der Kontakt über eine körperliche Berührung statt. Der Betroffene fühlt z.B. ein Streicheln, einen Kuss, eine Umarmung. Die besondere Form dieser Berührung, ihre individuelle Art, führt zu einer leichten Identifizierung des "Verursachers". Häufig ist diese Form des Kontakts mit anderen Formen kombiniert.

  • "Auf einmal spürte ich, dass eine kleine Hand sanft meine Wange berührte."
  • "Ich fühlte, wie sie mich küsste. Ohne jeden Zweifel wusste ich, dass es meine Tochter war, die mir diesen Kuss gab, und dass sie mir damit zeigen wollte, wie gut es ihr ging."
  • "Auf einmal fühlte ich, dass Theresa hinter mir saß. Sie begann, mir über Haare und Stirn zu streichen, so, wie ich es oft auch bei ihr getan hatte."

Nachtod-Kontakte mit Geruchswahrnehmungen:

Bei dieser Form der Nachtod-Kommunikation werden Gerüche wahrgenommen, die mit einem bestimmten Menschen assoziiert werden, z.B. Parfüms, Blumendüfte, bestimmte Nahrungsgerüche usw. Das Besondere daran ist, dass sich keine Quelle findet, die sich dem Duft zuordnen ließe; der Duft passt eindeutig nicht zur Umgebung. Ein Raum kann z.B. plötzlich mit einem Geruch erfüllt sein, der aus dem Nichts zu kommen scheint.

Typische Äußerungen:

  • "Plötzlich roch es sehr intensiv nach Rosen, als ob ein Rosenstrauß vor mir auf dem Schreibtisch stünde. Ich wusste, das kam von Robert. ... Niemand sonst im Büro außer mir nahm diesen Geruch wahr."
  • "Auf einmal war da überall ihr Duft, unverwechselbar und intensiv."
  • "Plötzlich fühlte ich seine Anwesenheit, und dann füllte sich der Raum mit dem Duft von English Leather. Es war das einzige Duftwasser, das er jemals benutzt hatte."
  • "Ich war im Garten beschäftigt, als ich auf einmal den Tabak wahrnahm, den mein Vater geraucht hatte. Es war eine besondere, extra für ihn hergestellte Mischung."

Visuelle Nachtodkontakte - partielle und vollständige Erscheinungen:

Die Seh-Kontakte können in sehr unterschiedlichen Formen auftreten: Die Betroffenen erblicken die Gestalt des Verstorbenen nur teilweise, z.B. nur einen Teil des Körpers, oder die vollständige Gestalt, die aber nicht gänzlich kompakt und körperlich erscheint (z.B. als Licht oder durchsichtig), oder aber vollständig, feststofflich und lebensecht wirkend.

  • "Ich stand im Schlafzimmer, da nahm ich auf einmal ein überaus helles blau-goldenes Licht wahr. Es ist unmöglich, diese Farben mit Worten zu beschreiben. ... Schnell wurde mir klar, es handelte sich um Joshua."
  • "Als dieses Licht sich öffnete, sah ich meines Vaters Gesicht und ein wenig von seinen Schultern."
  • "Ich saß im Wohnzimmersessel, und plötzlich sah ich, wie Gladys die Treppe herunterkam. Ich konnte es nicht fassen! Sie sah wunderschön aus, ganz anders als während ihrer Krankheit. Es ist vollkommen unmöglich, den Glanz und das Leuchten, das von ihr ausging, zu beschreiben."

Nachtodkontakte in Form von Visionen:

Unter Visionen verstehen Guggenheim - anders als bei den vorgenannten visuellen Erscheinungen - das Wahrnehmen von zweidimensionalen Bildern oder auch von Hologrammen, die Hinterbliebene manchmal mit Filmbildern, Diaproduktionen oder Kirchenfenstern vergleichen. Visionen sind oft erfüllt von leuchtenden Farben und wirken wie von hinten oder von innen erhellt. Sie werden entweder "außerhalb" gesehen oder im Geist wahrgenommen. Diese Form der Nachtodkontakte tritt relativ selten auf.

  • "Ich stellte mich an das Fenster und schaute zu den Bergen hin. In diesem Moment war es, als ob ein Loch sich auftat, und ich schaute in eine andere Dimension. Dort sah ich meine Mutter, zusammen mit meinem vor zehn Jahren verstorbenen Großvater. Es war, als stände ich vor, sie hinter derselben Glasscheibe. Sie waren sehr wirklich."
  • "Wir standen vor Michaels Sarg, und ich betete leise. Auf einmal sah ich vor mir so etwas wie einen Film ablaufen. Ich erblickte eine wunderschöne Wiese mit Schmetterlingen und Blumen. ... Und darauf tollte Michael herum!"

Nachtodkontakte beim Einschlafen und Aufwachen:

Im entspannten Wachzustand oder im Halbschlaf, beim Tagträumen oder Meditieren ereignen sich relativ häufig Kontakte unterschiedlicher Art. Untersuchungen ergaben, dass Menschen in einer entspannten Geisteshaltung anscheinend leichter "kontaktiert" werden. Inhaltlich unterscheiden diese Erlebnisse sich nicht von solchen im hellen Wachzustand oder im Traum.

  • "Ich war bereits halb eingeschlafen, als ich am Fußende des Bettes meinen Vater stehen sah. ... Er sah deutlich gesünder und jünger aus, als sei er erst vierzig."
  • "Weder schlief ich, noch war ich richtig wach. Auf einmal sah ich auf meinem Bett Chris. Er war ganz körperlich und wirklich."

Nachtod-Kommunikation in Schlaf und "Traum":

Zahlreiche Menschen berichten von Kontakten mit Verstorbenen in tiefem Schlaf und in "Träumen", die sich für sie jedoch von gewöhnlichen Träumen deutlich unterscheiden. Anders als normale Träume, die im Allgemeinen nur aus unvollständigen Teilen bestehen, symbolreich und irgendwie unwirklich sind und meist auch schnell vergessen werden, sind diese besonderen Wahrnehmungen, die die Hinterbliebenen häufig als echte Kontakte verstehen, besonders lebhaft, geordneter und prägen sich tief ein. Ihre Inhalte gleichen den Kontakt-Erlebnissen im Wachzustand.

  • "Gerade träumte ich etwas. Plötzlich platze Großvater in meinen Traum herein. Er war wirklich anwesend, ich roch seinen Tabak und sein Rasierwasser, und ich spürte seine Wärme."
  • "Ich träumte etwas Angenehmes, da brach er in meinen Traum ein. ... Ich sagte zu ihm: 'Augenblick mal, du bist doch tot!' "
  • "Ungefähr einen Monat danach hatte ich etwas, das man normalerweise als Traum bezeichnet, aber das war kein Traum."

Außerkörperliche Nachtod-Kontakte:

Diese Kategorie gründet sich auf Berichte von Hinterbliebenen, die überzeugt sind, einen Nachtodkontakt erlebt zu haben, während sie ihren Körper verließen. Außerkörperliche Erfahrungen (Out of Body Experiences, OBE) sind unter vielfältigen Umständen anzutreffen und wurden in den letzten Jahrzehnten vor allem im Zusammenhang mit sog. Nahtoderfahrungen bekannt.

  • "Ich lag im Bett, ohne zu schlafen. Auf einmal fühlte ich mich wie aus meinem Körper gezogen. Ich nahm wahr, dass ich mich unterhalb der Decke des Schlafzimmers befand. Da füllte sich das Fenster, aus dem ich blickte, mit goldenem Licht, strahlender, als man es sich vorstellen kann! Das Licht umgab mich, und ich spürte die Anwesenheit meiner Tochter. Dann sah ich sie."
  • "Eines Nachts, ich saß im Bett, da verließ ich meinen Körper und fand mich auf einmal im Hausflur wieder. Dort stand April, meine Tochter."

Telefonische Nachtodkontakte:

Hierbei erleben Hinterbliebene, dass sich ein verstorbener Freund oder Angehöriger telefonisch bei ihnen meldet, etwas mitteilt oder sogar ein Gespräch mit ihnen führt. Solche Anrufe werden auch im Schlaf bzw. "Traum" erlebt. Derartige Kontakterfahrungen kommen unter den zwölf Formen der Nachtod-Kontakte am seltensten vor.

  • "Wegen eines Ausbaus der Straße war bei uns der Telefonanschluss unterbrochen. ... Als das Telefon in der Küche läutete, nahm ich ab. Zuerst hörte ich nur ein Geräusch, doch dann kam eine Stimme immer näher. Es war Vater, er sagte: 'Hilda, ich liebe dich.' ... Ich lief nach draußen und fragte den Ingenieur, ob wir schon telefonieren können. Er verneinte: 'Die Kabel liegen hier und sind noch nicht angeschlossen.' "

Physikalische Phänomene und Nachtoderfahrungen:

Derartige Phänomene, die von Hinterbliebenen als Kontakt mit Verstorbenen erlebt und verstanden werden, kommen häufiger vor. Es handelt sich dabei um "von alleine" an- und ausgehendes Licht, um "unsichtbar" eingeschaltete Elektrogeräte, um bewegte Objekte und Ähnliches. Guggenheim waren zunächst skeptisch, derartige Geschehnisse als eine Form der Nachtodkontakte einzuordnen, doch die Qualität der Berichte und die Unmöglichkeit, alles als Zufall oder Phantasie abzutun, haben sie schließlich überzeugt, dass es sich bei manchen dieser Erscheinungen um echte Nachtoderlebnisse handelt.

  • "Ich lag im Bett und sagte: 'Papa, lass mich wissen, ob es ein Leben nach dem Tod gibt.' Da erlosch das Schlafzimmerlicht. ... Und dann sagte ich: 'Gut, zeig mir, Papa, ob du noch hier bist.' Da ging das Licht wieder an. Als ich einige Nächte später im Bett lag und an meinen Vater dachte, erlosch das Licht wieder. Das geschah auch in den folgenden Nächten, immer dann, wenn ich an Vater dachte."
  • "Als wir nach Hause zurückkehrten, tickte Bonnies kleine Uhr wie verrückt. Wir starrten entgeistert auf sie, weil sie eigentlich gar nicht funktionierte."
  • "Wir standen zusammen in Mutters Schlafzimmer, als wir plötzlich ihre Anwesenheit wie eine elektrische Energie spürten. In diesem Moment stürzte der schwere Spiegel von der Wand. Er flog über die Kommode hin auf den Teppich."

Symbolische Nachtod-Kontakte:

Nachtodkontakte dieser Art treten relativ häufig auf. Die Hinterbliebenen erkennen die entsprechenden Zeichen wie Schmetterlinge oder Regenbögen in der Regel als für sie von den Verstorbenen gesandt, um sie zu trösten.

  • "Als der Chrysippus-Falter auf der Glasscheibe der Tür sitzen blieb, überkam mich ein seltsames Gefühl. ... Ich spürte meinen Enkel bei uns und sagte: 'Wenn du hier bist, lass den Falter noch einmal zur Tür fliegen.' Sofort flog der Schmetterling dorthin. Da erhielt ich eine telepathische Botschaft von Johnny: 'Ich bin am Leben, und es geht mir gut.' "

Eine abgewandelte Form von Nachtodkontakten:

Aufgrund eines eigenen Kontakt-Erlebnisses des Autors dieser Seiten kann der obengenannte Typus "Gegenwartsempfinden" ergänzt werden. Die Formen bei Guggenheim zeichnen sich mehr oder weniger dadurch aus, dass die Kontakte durch die Sinne oder sinnen-entsprechend (z.B. telepathisches Stimmenhören, innere Visionen) wahrgenommen werden. Im Unterschied zu den von ihnen geschilderten Fällen einer Gegenwartsempfindung, bei denen immerhin die Verstorbenen noch räumlich lokalisiert werden ("rechts neben mir", "hinter mir", "um mich herum"), fand im Autor zeitweise eine nichträumliche, in keiner Weise sinnenhafte oder sinnen-entsprechende Wahrnehmung statt. Es war zwar das intensive und eindeutige Erfühlen der Anwesenheit seiner verstorbenen Frau vorhanden, die er aber weder sah noch hörte noch um sich herum oder an einer bestimmten Stelle ortete, sondern einfach zweifelsfrei bei sich wusste, nämlich in seinen intensiven Empfindungen, oder richtiger: in der Wahrnehmung ihrer Liebe, ihres Friedens, in einer unbeschreiblichen erspürten Leichtigkeit. Dieses Bei-sich-Wissen war mit der intuitiven Erkenntnis verbunden: Es geht ihr gut. Die Wirkung dieser Erfahrung war die Gleiche wie bei so vielen anderen Nachtod-Erfahrungen: Die Trauer wurde gemindert, fast vollständig sogar. Der Autor ist überzeugt, dass auch diese Form eines Nachtodkontakts häufiger vorkommt.

 

Nachtod-Kommunikation Diese Website wurde in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Nahtoderfahrung erstellt.

 


 

Nahtoderfahrungen kommen seltener vor als Nachtod-Kontakte